Achtung Satire: Institut für Volkswirtschaftslehre stellt irrtümlich Ökonomen an

Am repräsentativen Institut für Volkswirtschaftslehre im englischen Foresighton wurde eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einen jungen Ökonomen vergeben. In Kreisen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist man sich uneinig, ob es sich dabei um einen Marketing-Gag oder doch bloß um einen Fehler handelt.
Der Dekan seinerseits glaubt nicht an einen Fehler. „Die Kommission war mit mehreren Professoren der Volkswirtschaftslehre besetzt. Es würde mich sehr wundern, wenn es unter Mathematikern zu menschlichem Versagen gekommen wäre.“ Sollte sich doch ein Fehler nachweisen lassen, hätte dies jedoch gewiss ein Nachspiel.
Andere Mitglieder der Kommission verweisen darauf, dass es im Zuge des Bewerbungsprozesses durchaus Auffälligkeiten gegeben haben soll. So habe der Bewerber im persönlichen Gespräch angeben, sich für die soziale Relevanz von untersuchten Problemstellungen und die politische Umsetzbarkeit von Lösungen zu interessieren. Der Institutsleiter versucht zu relativieren: „Wir versuchen derlei qualitativen Input kein Gewicht beizumessen. Wenn wir Aussagen nicht in eine für das Modell taugliche analytische Form bringen können, gelten sie für uns als vernachlässigbar“.
Der mittlerweile eingesetzte Untersuchungsausschuss hat jedoch eine weitere Auffälligkeit festgestellt. Der Bewerber soll beim Einstellungstest nicht alle gestellten Aufgaben mittels Optimierungsansätzen gelöst haben. Teilweise soll es gar bei der kritischen Diskussion der Aufgabe belassen worden sein. Auf die Frage, wie ein solcher Umstand so lange unbemerkt bleiben konnte, entgegnet das Sekretariat: „Da unsere Professoren vollständig rationale und informierte Bewerber annehmen, schien uns die Überprüfung der Ergebnisse beim Einstellungstests unnötig.“ Auf den Vorwurf hin, dass diese Annahme doch sehr gewagt ist, bekommt das Sekretariat Rückendeckung seitens des Institutsleiters: „Es kann ja wohl nicht sein, dass man nun beginnt, unsere Annahmen zu hinterfragen.“
Die anderen Professoren am Institut unterstützen die Ansicht des Institutsleiters und ergänzen gar: „Wenn die Einstellung eines Ökonomen tatsächlich ein unlösbares Problem darstellt, dann nehmen wir eben an, der neu eingestellte Mitarbeiter sei kein Ökonom.“ Dies sei keine Realitätsverweigerung, sondern eine durchaus zulässige Approximation genereller Gültigkeit. Rückendeckung bekommt das Institut dabei auch von diversen Ökonometrikern anderer Universitäten. „Wir haben mehrere Regressionsanalysen durchgeführt. Für die Behauptung, dass im Bereich der Volkswirtschaftslehre auf Ökonomen zurückgegriffen wird, konnten wir keine ausreichende Signifikanz feststellen“. Selbst als ihnen Kopien der unterzeichneten Verträge vorgelegt werden, schütteln sie bloß den Kopf: „Nicht signifikant.“

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