Confirmed: Raising tariffs is shooting yourself in the foot

As everybody knows from Econ 101, protective tariffs are harmful for the country that imposes them. A protective tariff is a tax on imports that is so high as to make all imports fall to zero.

But there is an argument why a low tariff may be better than no tariff at all. The reason is that a large country (large compared to its trading partners) faces an upward-sloping supply curve for its imports such that a fall in import demand lowers the world-market price of imported goods. Hence, part of the cost of the increased tariff would fall on the rest of the world due to lower export prices (a fall in the terms of trade) while the country that imposed the tariff might win overall.

Whatever the theoretical merits and demerits of this argument, recent experience with tariff increases in the US (aka Trump’s Trade War) provides powerful evidence against it.

In a newly released paper, Amiti, Redding and Weinstein show that the tariffs imposed last year by the Trump administration had two main effects:

1) US prices of imported goods rose one-for-one with increases in tariff rates.

2) Import demand decreased substantially with an estimated price elasticity of 6 (i.e. 6 percent lower imports for every 1 percent of higher tariffs).

As a consequence of these two results the paper estimates the welfare costs of the Trade War to be about 6.9 billion dollars. While that is not a huge number compared to the total size of the US economy, keep in mind that we’re only talking about a marginal change of the average tariffs from 1.5 to about 3.25 percent. And remember that the welfare costs rise with the square of the applied tariff rate. So should tariffs go up more in the future, the welfare costs will be much bigger.

I regard this as decisive evidence that the optimum tariff is indeed zero. Note that finding No. 1 implies that American consumers are paying the full cost of the tariff increase, with no terms-of-trade effect on the rest of the world. If even the largest economy in the world cannot improve their terms of trade by increasing tariffs, then smaller economies have no hope of doing so either. Raising tariffs is indeed shooting yourself in the foot.

Moreover, this paper is also a triumph for simple textbook economics. The results of Trump’s tariffs are exactly what one would expect from the kind of supply-and-demand model taught in Econ 101. As Tyler Cowen points out, the complete pass-through of tariffs to consumer prices also implies that monopoly power is not a big issue in these markets. It’s good to know that the much-maligned perfect competition partial equilibrium models still gets some important things right.

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Auch eine Konsumsteuer verringert den Arbeitsanreiz

In einem sonst sehr guten Artikel über verschiedene Möglichkeiten Haushalte mit geringem Einkommen steuerlich zu entlasten fällt der Satz:

Ein Argument [gegen eine Senkung der Umsatzsteuer, Anm.] dürfte sein, dass eine Entlastung des Faktors Arbeit einen finanziellen Reiz für Menschen schafft, einen Job anzunehmen, sagt Wifo-Ökonomin Margit Schratzenstaller. Einen solchen Effekt auf das Arbeitskräfteangebot hätte man bei einer Entlastung via Umsatzsteuer nicht.

Bitte was?

Eine Senkung der Konsumsteuern (wie die Umsatzsteuer eine ist) erhöht den Arbeitsanreiz im Prinzip genauso wie eine Senkung der Lohnsteuer. Die Leute arbeiten ja nicht um sich die verdienten Euroscheine an die Wand zu nageln, sondern um sie auszugeben! Je höher der Konsum besteuert wird, umso mehr muss man arbeiten um sich ein gegebenes Güterbündel leisten zu können.

Wenn ich 10 Euro pro Stunde verdiene und davon 10% an Lohnsteuer zahle, kann ich mir Güter im Wert von 9 Euro leisten. Angenommen die Lohnsteuer wird durch eine 11%-ige Umsatzsteuer ersetzt. Um mir dieselben Güter leisten zu können muss ich denselben Arbeitsaufwand leisten wie zuvor.

Für den Haushalt ist es egal an welcher Stelle der Finanzminister den 1 Euro an Steuern abzweigt: kurz bevor der Lohn auf meinem Konto gutgeschrieben wird oder kurz nachdem ich den Lohn für Konsumgüter ausgebe.

Freilich hat die Konsumsteuer gegenüber der Einkommenssteuer den Vorteil, dass der Sparanreiz nicht verzerrt wird. Vom Standpunkt der Effizienz aus betrachtet wäre daher eine Umsatzsteuersenkung wohl nicht der beste Weg die Haushalte zu entlasten.

 

Wie sehr profitiert Österreich vom Außenhandel?

Paul Krugman zeigt uns wie man Handelsgewinne mit einer einfachen Formel berechnen kann und wendet sie auf den “Brexit” an. Seiner Berechnung zufolge würde ein harter Brexit ca. 2% vom britischen BIP kosten. 

Die Formel kommt aus einem mittlerweile zum Standard gewordenen Modell bilateraler Handelsströme von Johnathan Eaton und Samuel Kortum. Dieses Modell ist im Prinzip eine  Verallgemeinerung des „Ricardianischen Modells“, das wir alle im ersten Jahr VWL-Studium gelernt haben (wir erinnern uns: England tauscht Tuch gegen Wein aus Portugal,…), nur eben mit unendlich vielen Gütern und beliebig vielen Ländern. Die Formel setzt das Pro-Kopf-Realeinkommen einer Volkswirtschaft w in Beziehung zum Inlandsanteil seiner Gesamtausgaben („home share“) h:

w = a*h^(-b),

wobei die Konstante a die allgemeine Arbeitsproduktivität der Landes misst (je größer a, desto größer der „absolute Vorteil“ eines Landes) und der Parameter b die Streuung der Arbeitsproduktivität über die Länder hinweg bestimmt (je größer b desto stärker ausgeprägt sind die „komparativen Vorteile“ jedes Landes). Hier klicken, wer eine Herleitung sehen will. Eaton und Kortum und Krugman verwenden b=0,25 in ihren Berechnungen. Die Konstante a spielt für unsere Zwecke keine wesentlich Rolle.

Wie berechnet man den Inlandsanteil? Dazu müssen wir uns an die VGR-Identitäten erinnern. Das Bruttonationaleinkommen Y ist bekanntlich gleich den Gesamtausgaben eines Landes (Summe aus privatem und staatlichen Konsum und Investitionen) abzüglich der Netto-Exporte (Exporte X minus Importe M). Die Ausgaben auf inländische Güter erhält man indem man von den Gesamtausgaben die Importe abzieht oder wenn man vom Bruttonationaleinkommen die Brutto-Exporte abzieht. Das heißt wir können den Inlandsanteil wie folgt berechnen:

h = (Y-X)/(Y-X+M).

In einer geschlossenen Volkswirtschaft ist der Inlandsanteil gleich eins. Daraus folgt, dass das Pro-Kopf-Realeinkommen einer autarken Volkswirtschaft nur durch die allgemeinen Arbeitsproduktivität a bestimmt ist. Je offener die Volkswirtschaft, desto geringer der Inlandsanteil, desto größer sind die Handelsgewinne.

Nachstehende Grafik zeigt die Resultate meiner Berechnungen für die Österreich von 1995 bis 2017 (Daten von Eurostat). Warum 1995? Weil das das Jahr war, in dem Österreich zur EU beigetreten ist. Wie man sieht entfielen bei EU-Beitritt noch fast 2/3 der österreichischen Gesamtausgaben auf heimische Güter. Heute liegt der Anteil bei unter 50%.

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Laut unserer Formel stiegen dementsprechend die Handelsgewinne seit dem EU-Beitritt von ca. 11% auf über 20% des Pro-Kopf-Realeinkommens. Sprich: würde Österreich wieder zur Handelspolitik von vor 1995 zurückkehren, wären wir um rund 9% ärmer. Würde Österreich alle Handelsbeziehungen kappen und von nun an in perfekter Isolation leben, müssten wir auf 1/5 unseres Einkommens verzichten. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Jeder Österreicher ist im Schnitt um 8.400 Euro pro Jahr reicher durch den Außenhandel. Eine Rückkehr zu Vor-EU-Handelsverhältnissen würde jeden Österreicher ca. 3.800 Euro pro Jahr kosten.

Wie immer bei diesen Rechenspielchen sind die konkreten Zahlen mit viel Vorsicht zu genießen. Sie hängen stark von vereinfachenden Annahmen ab und bieten daher nur einen ersten groben Anhaltspunkt. Wie dem auch sei, ich mag solche Pi-mal-Daumen-Rechnungen einfach!

Auch österreichische Pärchen und Studierende reagieren auf Anreize

Statistik Austria hat anlässlich des 100. Jubiläums der Republik Österreich eine Zusammenstellung von interessanten Statistiken veröffentlicht. Unter den Highlights:

Ehe

Man beachte die Ausreißer rund um Änderungen in der steuerlichen Behandlung von Ehepaaren in der Zeitreihe. Fazit: Österreichische Pärchen reagieren auf monetäre Anreize. Keine Überraschung für Ökonomen, aber immer wieder schön zu sehen.

Dasselbe gilt auch für Studierende:

Bildschirmfoto 2018-11-28 um 23.34.49

Man beachte den Knick nach unten bei Wiedereinführung der Studiengebühren 2001 und den Knick nach oben bei der (De-Facto-)Abschaffung derselben ein paar Jahre später.

Die ganze Präsentation ist äußerst lesenswert!

 

 

 

Economic Illiteracy: a public health issue

As a teacher of economics, I am always looking for good examples of economic illiteracy – a newspaper article or maybe a speech by a politician evincing a deep ignorance of simple economic principles. Unfortunately for me, such pieces are few and far between. Imagine, therefore, my delight when I read the following headline:

“When supplies of drugs run low, drug prices mysteriously rise, data shows”

At first, I was convinced that the author was just kidding, that this was a good piece of satire. But no. This is serious.

Here are some highlights:

When nearly 100 drugs became scarce between 2015 and 2016, their prices mysteriously increased more than twice as fast as their expected rate, an analysis recently published in the Annals of Internal Medicine reveals. The price hikes were highest if the pharmaceutical companies behind the drugs had little competition, the study also shows.

The authors—a group of researchers at the University of Pittsburgh and one at Harvard Medical School—can’t say for sure why the prices increased just based off the market data. But they can take a shot at possible explanations. The price hikes “may reflect manufacturers’ opportunistic behavior during shortages, when the imbalance between supply and demand increases willingness to pay,” they conclude.

Now, this would all be really funny, if it wasn’t the product of a group of highly respected researchers in medicine from top universities published in a peer-reviewed medical journal. But it becomes a public health issue when people end up making policy conclusions on economic illiteracy:

To combat potentially exploitative hikes, the authors offer a recommendation:

If manufacturers are observed using shortages to increase prices, public payers could set payment caps for drugs under shortage and limit price increases to those predicted in the absence of a shortage.

Yes, you guessed it: price controls are the obvious solution to a shortage-induced price increase. Face, meet palm!

 

Defining power

During the course of a recent online discussion, David Friedman raised the question of how to define “patriarchy” in particular and “power” more generally.

I gave the following answer which I’m sharing with you in order to elicit broader commentary (ideally from people who actually know something about social choice theory):

Conceptually, defining “power” should be straightforward.

Borrowing from standard social choice terminology, under any Social Welfare Function, which maps from the set of all preference profiles (list of policy preference rankings, one for every member of the society) to a unique social preference ranking, if my preferences correlate more with the social preferences than yours (where correlation is defined in an appropriate way), I am more powerful.

In a dictatorship, the correlation is 1 if I’m the dictator.

In a democracy, the correlation is high if I’m the median voter, low if I’m a member of the political fringe.

Patriarchy is then a system in which men’s policy preferences are more highly correlated with the social preferences than women’s.

David raised the following problem with my definition:

Suppose one percent of the population prefer outcome A to outcome B, ninety-nine percent the other way around. The social preference function, in situations where it has to choose between the two, chooses A two percent of the time.

The group of people who prefer B have more power than the group who prefer A, but does it make sense to say that an individual member of the group has more power? Might it make more sense to use a definition in which the question is not whether the social choice function correlates with my preferences but whether a change in my preferences produces a change in the social choice function in the same direction?

I think that’s a very good point. So here is my updated definition of power:

If changes in A’s preference ranking are more highly correlated with changes in the social preference ranking than changes in B’s preference ranking are, A is more powerful than B.

Is this how people in social choice have always defined power? If not, is there a deep problem with this definition which didn’t occur to me?

Heinz D. Kurz erhält den Kurt-Rothschild-Preis!

Wie wir soeben erfahren haben wird Prof. Heinz D. Kurz den Kurt-Rotschild-Preis 2018 erhalten. Mit diesem Preis zeichnen das Karl-Renner-Institut und der SPÖ-Parlaments-Klub besondere Verdienste im Bereich Wirtschaftspublizistik aus. In den letzten Jahren ging der Preis an Marcel Fratzscher (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und Peter Bofinger (Universität Würzburg).

Als Professor an unserer Universität hat Heinz D. Kurz Generationen von Studierenden begleitet und geprägt. Der Economics Club Graz ist stolz ihn als Mitglied führen zu dürfen. Seine aufschlussreichen und oft humorvollen Ausführungen zu den verschiedensten Theorien großer Ökonomen sind legendär – mein persönlicher Favorit: das Wildlachs-Zuchtlachs-Modell aus der Theory of Production.

Wir gratulieren herzlich!