Österreichs Klimastrategie ist viel zu konkret

Ökonomen kannten die Lösung für das Problem des Klimawandels als es ihn noch gar nicht gab. Im Jahr 1920 veröffentlichte Arthur Pigou sein Buch “The Economics of Welfare“, worin er erklärt wie man mit negativen Externalitäten umgeht: Man besteuert diejenigen, die die negative Externalität verursacht – und zwar möglichst so, dass durch die Steuer die privaten Kosten möglichst den sozialen Kosten angeglichen werden.

Der Klimawandel ist die Mutter aller Externalitätenprobleme. Unsere CO2-Emissionen hier und heute haben einen Effekt auf das globale Klima in der fernen Zukunft – und die Veränderungen im globalen Klima haben wiederum eine Reihe von komplexen, schwer vorhersehbaren und höchst unterschiedlichen Effekten auf Ökosysteme und unsere Gesellschaft.

Österreich hat sich mit den anderen Staaten dieser Welt im Pariser Abkommen dazu verpflichtet CO2-Emissionen zu reduzieren in der Hoffnung damit die globale Erwärmung auf 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. So weit, so gut, obwohl man an der Effektivität und auch an der Sinnhaftigkeit des Abkommens zweifeln darf. Aber lassen wir diese Debatte beiseite und schauen wir uns lieber die neue „Klimastrategie” der österreichischen Bundesregierung an.

Was steht da drin? Im wesentlichen will die Regierung dass es in Zukunft keine Ölheizungen mehr gibt, dass möglichst viele Gebäude thermisch saniert werden, dass mehr mit Bahn und Rad und weniger mit Autos gefahren wird und wenn, dann mit Elektroautos.

An der Strategie wurde in den letzten Tagen viel kritisiert. Zu wenig konkret sei sie, die Finanzierung der vorgeschlagenen Maßnahmen sei unklar, die Zuständigkeiten seien nicht geregelt, usw.

In meinen Augen ist diese Kritik völlig verfehlt. Das wahre Problem ist: Die „Klimastrategie” ist viel zu konkret!

Es ist komplett unnötig, dass sich unsere Regierung Gedanken macht wie viele Ölheizungen es in Zukunft geben darf oder wie viele Solarpanels installiert werden müssen oder wie viele Elektroautos herumfahren sollen. Alles, was sie tun muss, ist eine Steuer für CO2-Emissionen einführen und dann dem Markt die Aufgabe überlassen herauszufinden, welche Heizungssysteme, welche Verkehrsmittel und welche Stromerzeugungsmethoden sinnvoll sind.

Natürlich gibt es wie bei jeder neuen Steuer administrative Herausforderungen: Wer genau soll die Steuer abführen? Wie genau wird die Steuer ermittelt? Wie geht man mit Importen und Exporten um? Aber ich bin mir sicher die braven Beamten des Finanzministeriums sind kreativ genug diese Probleme zu lösen, zumal sie auf die Hilfe von Umweltökonomen und Finanzwissenschaftlern zählen können. Schlaue Leute haben sich über all das schon Gedanken gemacht und Konzepte entwickelt. (Z.B. hier)

Es könnte so einfach sein.

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Ökonomischer Analphabetismus in der “Zeit” Teil 2: das Grauen geht weiter

“Das Grauen! Das Grauen!” sind die letzten Worte des Protagonisten in Joseph Conrads Klassiker “Herz der Finsternis”. Das Herz der Finsternis in Sachen ökonomischer Bildung ist bekanntlich der Wirtschaftsjournalismus – eine Horrorshow, die wiedermal um einen grausigen Beitrag reicher geworden ist. Und wieder ist “Die Zeit” die Übeltäterin.

Warum hacke ich auf diesem anständigen Hamburger Qualitätsblatt eigentlich so rum? Nun, wenn es sich hier bloß um harmlose Missverständnisse im Zuge  wirtschaftsjournalistischer Berichterstattung handeln würde, wäre das bedauerlich aber ungefähr so bemerkenswert wie “Hund beißt Mensch”. Doch in diesem Fall fühlt sich eine Zeitung dazu berufen, ihren Lesern zuerst zu zeigen wie wenig sie von „der Wirtschaft“ verstehen um sie anschließend darüber zu belehren was man von „der Wirtschaft“ im Zeitalter der Globalisierung, Digitalisierung, Automatisierung und anderen -ierungen einfach wissen muss.

Und wie glaubt unser hanseatisches Qualitätsblatt dies bewerkstelligen zu können? Natürlich mit einem Online-Quiz. So weit so gut. Das Problem beginnt schon bei den ersten Fragen: “Was schätzen Sie: Bei wie viel Punkten lag der deutsche Aktienindex (DAX) am letzten Freitagabend ungefähr?“ Sorry, aber das muss wirklich niemand wissen. Und zwar nicht nur, weil der Punktstand eines Aktienindex für sich genommen genau gar nichts aussagt, sondern auch, weil das diese Art von Wissen ist, die im Zeitalter der Digitalisierung völlig unnütz ist. Faktenwissen kann ich Googeln. Zahlen interpretieren und Zusammenhänge verstehen – darum sollte es bei ökonomischer Bildung gehen.

Das Quiz versucht das dann auch. Und hier beginnt der eigentliche Skandal. Hier die erste Frage in der Rubrik „Ökonomisches Denken“:

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Ja, genau. Die richtige Antwort wird als falsch gewertet.

Ein ökonomisch gebildeter Mensch sollte wissen, dass die verkaufte Menge und der Preis gemeinsam von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Wenn der Preis steigt, kann damit ebensogut ein Anstieg, ein Rückgang oder keine Veränderung der Menge einhergehen – das kommt ganz darauf an, ob der Grund für den Preisanstieg in einer Verschiebung der Angebots- oder der Nachfragekurve oder beidem liegt.

Das ist die Art von Basiswissen, die jeder Erwachsene haben sollte und über die die Redakteure der „Zeit“ offenbar nicht verfügen.

Natürlich kann sich die „Zeit“-Redaktion rausreden und sagen sie hätten ja eigentlich die nachgefragte Menge gemeint und nicht die verkaufte. Aber eben darin liegt der ökonomische Analphabetismus: nicht zu verstehen, dass zwischen Nachfrage und Verkaufsmenge ein wichtiger konzeptioneller Unterschied liegt. Wer das nicht versteht, sollte sich nicht anmaßen seine Leser über „die Wirtschaft“ belehren zu wollen.

Ökonomischer Analphabetismus in der “Zeit”

Es erstaunt mich immer wieder, dass vielen Menschen, die sich beruflich mit „der Wirtschaft“ beschäftigen, ökonomisches Denken so ganz und gar fremd zu sein scheint. Das trifft insbesondere auf Wirtschaftsjournalisten zu.

Ein eindrückliches Beispiel lieferte neulich „Die Zeit“. In diesem Artikel möchte Hermann-Josef Tenhagen uns über “10 Dinge, die wir über die Wirtschaft wissen müssen” belehren. Schon beim ersten Punkt muss dem guten Ökonomen die Grausbirn’ aufsteigen.

Gebrauchtwagenhändler haben einen schlechten Ruf. Früher war der noch schlechter. Ich habe mir immer Danny de Vito als Gebrauchtwagenhändler in der alten Zeit vorgestellt. Mit dem Bild im Kopf vom dicken, kleinen Mann mit Zigarre im Mund kann man gut erklären, warum ein Markt Regeln braucht. Denn erst seit Gebrauchtwagenhändler die Qualität ihrer verkauften Autos für eine Zeit nach dem Kauf gewährleisten müssen, kann ich dort ein Auto kaufen, ohne davon auszugehen, dass die Karre an der nächsten Ecke stehenbleibt. Und erst seit dieser Zeit haben faire Gebrauchtwagenhändler eine Chance gegen Konkurrenz, die nur ihre Kunden besch… Markt braucht Regeln, um zu funktionieren.

Es ist eine gute Übung für VWL-Ersties eine paar Minuten darüber nachzudenken, wo das Problem bei dieser Argumentation ist. (Es gibt mehr als eins.)

Hier ist das Hauptproblem.

Herr Tenhagen ignoriert die Möglichkeit, dass in einem freien Markt gute Gebrauchtwagenhändler einen Anreiz haben freiwillig Garantien zu gewähren. Eine freiwillige angebotene Garantie hilft den Käufern, gute Gebrauchtwagen von schlechten zu unterscheiden. Eine verpflichtende Garantie zerstört dieses Signal und damit auch den Markt für billige Gebrauchtwagen.

In einem Markt ohne verpflichtende Garantie habe ich als Käufer die Wahl zwischen einem Auto mit Garantie um 12.000 Euro oder dem gleichen Auto beim Händler nebenan um 8.000 Euro aber ohne Garantie. Als Käufer kann ich entscheiden ob ich die 4.000 Euro extra für die Garantie zahlen will, oder ob ich lieber Geld spare und mich dafür dem Risiko aussetze eine Schrottkarre zu erwischen. Der Familienvater mit geregeltem Einkommen und geringer Risikobereitschaft wird eher die Garantie bevorzugen. Der prekär beschäftigte VWL-Student, der nebenbei ein bisschen mit Bitcoin spekuliert, könnte sich auf die Schrottkarren-Lotterie einlassen. Als Gebrauchtwagenhändler werde ich nur dann die Garantie anbieten, wenn die dadurch zu erwartenden Kosten 4.000 Euro nicht übersteigen.

Im Gleichgewicht muss der Preisunterschied zwischen dem Auto mit Garantie und dem ohne genau den Qualitätsunterschied zwischen den angebotenen Autos ausgleichen.

Was passiert, wenn nun alle Gebrauchtwagenhändler dazu verpflichtet werden, eine Garantie zu gewähren? Diejenigen Händler, die vorher nicht bereit waren die 4.000 Euro Gewährleistungskosten zu tragen, werden auch jetzt nicht wie durch Zauberhand dazu bereit sein. Und diejenigen Käufer, denen 4.000 Euro extra für ein Auto mit Garantie zu viel war, werden auch nicht plötzlich bereit sein mehr zu zahlen. Der etwas schäbige Gebrauchtwagenhändler wird vom Markt verschwinden, und der VWL-Student wird sich eben kein Auto mehr leisten können.

Die Pflichtgarantie führt nicht dazu, dass alle schäbigen Gebrauchtwagenhändler plötzlich geläutert werden und nur mehr hochqualitative Autos anbieten. Sie führt lediglich dazu, dass das Angebot von billigen, weil weniger qualitätvollen Autos zurückgeht – zulasten der Käufer mit der geringsten Zahlungsbereitschaft. Die Regel, die Herr Tenhagen als dringend notwendig erachtet, ist nicht nur nicht notwendig, sie ist sogar schädlich: Denjenigen, die sowieso die Garantie genommen hätte, bringt sie nichts, und die anderen, die auf die Garantie gerne verzichtet hätten, verdrängt sie vom Markt.

Ich finde es schon irgendwie problematisch, dass eine angebliche Qualitätszeitung wie “Die Zeit” ihren Lesern ökonomischen Analphabetismus unter der Schlagzeile “Grundwissen Ökonomie” verkauft. Es ist ein ökonomischer Analphabetismus, der, wenn er zur Grundlage von Wirtschaftspolitik dient, schwerwiegende Folgen haben kann.

Die Gegenfinanzierung von Steuerreformen: Eine Pi-mal-Daumen-Rechnung

Vor der anstehenden Nationalratswahl haben die wahlwerbenden Parteien ihre Steuerpläne vorgestellt. Sowohl SPÖ als auch ÖVP und FPÖ versprechen Steuersenkungen, hauptsächlich bei der Lohn- und Einkommenssteuer. Wie immer bei solchen Versprechen stellt sich die Frage der Gegenfinanzierung, d.h. an welcher Stelle im Staatsbudget Ausgaben eingespart werden soll. Und dabei sorgt ein Punkt immer wieder für Verwunderung: das Volumen der vorgeschlagenen Einsparungen ist immer geringer als das Volumen der Steuersenkungen. Zum Beispiel: Im Reformvorschlag der Volkspartei steht eine Senkung der Steuern und Abgaben von 12 Milliarden einer Ausgabensenkung von 8 Milliarden gegenüber. Woher sollen die restlichen 4 Milliarden kommen? Die Antwort lautet: aus Mehreinnahmen durch höheres Wirtschaftswachstum.

Wie soll das gehen und sind Mehreinnahmen in dieser Höhe realistisch?

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Ein Hauch von Ökonomik: leben und leben lassen

In der Wohngemeinschaft, in der Siedlung, am Campingplatz, im Hotel, im Restaurant, im Zug, im Park und im Hörsaal – überall treiben wir unser Unwesen. Wir, scheinliberale Spaßnudeln aus dem Team Yolo mit dem Codenamen Chillax – zu cool für gesellschaftliche Übereinkünfte, wenn letztere unserem Egotrip gerade nicht dienlich scheinen. Haben wir Lust auf ein wenig Krach nach Mitternacht, auf eine Zigarette am Esstisch und auf Lautsprechermusik im vollen Abteil, dann bilden wir uns ein Naturrecht darauf ein. Wagt jemand eine Beschwerde, zeigen wir uns höchst empört über den spießigen Versuch des Freiheits- und Rechteraubs: man möge sich doch entspannen, sich beruhigen, die Sache nicht so eng sehen – leben und leben lassen.

Das sagen ausgerechnet wir, die wir unruhig und engstirnig momentanen Impulsen folgen und konfrontative Situationen provozieren, anstatt diese zu entspannen. Wir, die wir uns das Recht herausnehmen, rücksichtslos in das Leben anderer einzugreifen, verwehren uns schon im nächsten Moment gegen regulative Interventionen und verkaufen es auch noch als Überzeugung.

Wehe, uns würde jemand früh morgens den Schlaf rauben. Wehe, jemand würde neben unserem Speiseteller ein Duftstäbchen entzünden. Wehe, zwei Sitze weiter würde jemand Schlagerlieder vor sich hin krächzen. Wehe, jemand wagt irgendetwas, das nicht unserer Präferenz entspricht. Asozial muss dieser jemand sein und natürlich spießig, wenn er überhaupt ein Leben hat. Denn wir haben ja eines und wissen daher, wie ein Leben auszusehen hat. Wir, gleichermaßen Zentrum der Welt und Maßstab aller Dinge. Oder doch bloß ewig im Stadium egozentrischer Kleinkinder, welche die Welt ausschließlich von der eigenen Position aus zu interpretieren im Stande sind?

Jedenfalls nicht ganz die Toleranz, die wir so gerne einfordern. Koordination, Kooperation und entsprechende Regeln sind eben komplex. Und kompliziert sein ist was für Stresser. Wir hingegen sind simpel. Kein langes Abwägen von gegenseitigen Abhängigkeiten und externen Effekten. Stattdessen finden Beurteilung und Sinnfrage bereits mit dem Abgleich des spontanen Eigeninteresses ihr Ende. Individualistisch, opportunistisch und teilweise bildungsresistent hinsichtlich empathischer und rationaler Entscheidungsfindung – ja, wir arbeiten hart am Ende der sozialen und liberalen Gesellschaft – zu entspannt, um leben zu lassen, was uns leben lässt?

Hartz-IV: Alternative Fakten

Es gibt zwei Arten von alternativen Fakten: solche, die frei erfunden sind, und solche, die wahr aber irreführend sind. Wie man letztere erzeugt,  zeigt der “Standard” lehrbuchmäßig in einem Artikel über die Hartz-IV-Reformen:

Die Reform wollte eigentlich erreichen, dass Langzeitarbeitslose zurück in den Arbeitsmarkt kommen. Daran ist sie gescheitert. In Deutschland gibt es deutlich mehr Menschen, die über Jahre keinen Job finden, als in Österreich. Und das, obwohl die Sozialleistungen hierzulande höher sind.

Wörtlich genommen stimmt die Aussage natürlich. Die absolute Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist in Deutschland höher als hierzulande. Es gibt aber auch ungefähr zehnmal so viele Menschen in Deutschland wie in Österreich. Relevant ist das Verhältnis der Langzeitarbeitslosen zur Bevölkerung und wie sich dieses Verhältnis seit Einführung der Hartz-Reformen in den Jahren 2003-2005 entwickelt hat.

Hier der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung in Deutschland im Vergleich zu Österreich während der vergangenen 14 Jahre (Quelle: Eurostat).

hartz4blog

Diese Grafik zeigt so ziemlich das Gegenteil von dem Bild, das der Standard-Artikel vermittelt. Die deutsche Langzeitarbeitslosigkeitsquote ist drastisch gesunken, während sie in Österreich leicht gestiegen ist. Im letzten Jahr lag sie in beiden Ländern ca. bei 1,8%.

Weiter unten im Artikel wird es noch ein bisschen “alternativer”:

Frage [sic!]: Aber immerhin ist die Arbeitslosigkeit stark gesunken.

Antwort: Das stimmt zwar, hat aber den meisten Fachleuten zufolge relativ wenig mit Hartz IV zu tun. Deutschland hat sich zur gleichen Zeit auch in vielen anderen Bereichen reformiert, die Löhne wurden schon Jahre zuvor kaum mehr erhöht und Unternehmen haben sich auf Märkte wie China spezialisiert, was sich als ein mehr als glücklicher Handgriff entpuppte. Außerdem sinkt die Zahl der Leute, die arbeiten wollen, weil es weniger Junge und Zuwanderer und mehr Alte gibt als in Österreich.

1. Wenn die Anzahl der Erwerbsfähigen bzw. -willigen sinkt, sinkt der Nenner der Arbeitslosenquote, wodurch die Quote ceteris paribus steigt, nicht sinkt. 2. Löhne und Exporte sind endogen. Die geringen Lohnzuwächse sind zum großen Teil eine Folge der Hartz-Reform. Schließlich hat sie dazu geführt, dass das Arbeitskräfteangebot gestiegen ist. Das geringe Lohnwachstum hat wiederum deutsche Exportgüter relativ billiger gemacht, was den Exportboom zumindest zum Teil erklärt. Die vom “Standard” angebotene Erklärung der gesunkenen Arbeitslosigkeit ist ungefähr so als würde man sagen: “Dass ein Kind im Laufe der Zeit größere Kleider braucht, liegt nicht daran, dass es älter wird, sondern größer.”

Diese Passage liefert Beispiele für eine weitere Subkategorie von “alternativen Fakten”, die dadurch entstehen, indem man einen Kausalzusammenhang zwischen zwei oder mehreren Fakten behauptet, der logisch inkohärent oder zumindest höchst fragwürdig ist.

Ich glaube, dass diese Art von irreführender Berichterstattung wesentlich schädlicher ist als die klassische Falschmeldung. Letztere wird nämlich für gewöhnlich rasch aufgedeckt und berichtigt. Die Art von “Fake News”, wie sie der “Standard”-Artikel enthält, bleibt in der Regel unwidersprochen und unberichtigt. Was hier nach seriöser, kompetenter Berichterstattung aussieht, ist letztendlich einfach nur Quatsch.