Strategic sports

Not all sports have strategic elements. There is not much strategizing in the 100-meter dash. You just run as fast as you can. That’s all there is to it. I have also never heard of a 100-meter racer employing a strategy coach. Mental coaching, yes, physical coaching, of course, yes, but strategic coaching, no. It is just not necessary. All they would say is: “Try to run as fast as possible” and you don’t need to pay someone to give you this kind of advice. There is probably also not much strategic concern in the long jump, the high jump, pole vaulting, and javelin. I guess there is little strategic thinking in most of athletics. But there are also lots of sports, even within or close to athletics, that do have a substantial element of strategic consideration.

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Winnie-the-Pooh’s research philosophy

This will sound like I am bragging – and I guess I am – but I follow the research methodology of Winnie-the-Pooh. Here is the excerpt from one of A A Milne’s Winnie-the-Pooh books that I am referring to:

“Hallo, Pooh,” said Rabbit.

“Hallo, Rabbit,” said Pooh dreamily.

“Did you make that song up?”

“Well, I sort of made it up,” said Pooh. “It isn’t Brain,” he went on humbly, “because You Know Why, Rabbit; but it comes to me sometimes.”

“Ah!” said Rabbit, who never let things come to him, but always went and fetched them.”

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“Woher kommt Inflation?” Back to basics.

Ich will wirklich kein Schlaumeier sein. Aber nachdem ich dieses “Erklärvideo” im Standard gesehen habe, denke ich mir: Irgendwer muss das jetzt richtig stellen. Denn so kann man das einfach nicht stehen lassen.

Auch wenn wir in der Makroökonomik vieles nicht wissen, auf ein paar Basics sollten wir uns schon einigen können.

Zum Beispiel. Die erste Frage der Standard-Redaktion lautet “Was bedeutet Inflation?” Antwort im Video:

“Oftmals denkt man bei Inflation, dass es ein einheitlicher Anstieg des Preisniveaus ist. Aber dem ist nicht so. Es steigen nicht alle Preise gleichzeitig, sondern in speziellen Segmenten verändern sich Preise in unterschiedliche Richtungen.”

Das ist absolut keine Antwort auf die Frage. Ein Erklärvideo wäre eine gute Gelegenheit ökonomische Grundbegriffe – naja – zu erklären anstatt die verwirrte Öffentlichkeit mit Nicht-Antworten weiter zu verwirren.

Es könnte ganz einfach sein: Inflation ist der Anstieg im allgemeinen Preisniveau und bedeutet, dass die Kaufkraft der Geldes sinkt. Sie wird mit einem Preisindex wie z.B. dem HVPI oder dem BIP-Deflator gemessen.

Es ist richtig, dass Preise nicht “gleichzeitig” (gemeint ist wahrscheinlich proportional) steigen. Manche Preise steigen mehr als andere. Dazu hat die Ökonomik den schönen Begriff des Relativpreises entwickelt. Zwischen Inflation und Änderung von Relativpreisen zu unterscheiden ist ein zentrales Lernziel jeder VWL-Einführungsvorlesung. Zu schade, dass diese Unterscheidung in dem Erklärvideo völlig verwischt wird.

Im Video werden speziell die Lebensmittelpreise genannt, deren Anstieg mit “Spekulation” erklärt wird. Es wird nicht näher ausgeführt was mit Spekulation genau gemeint ist und warum sie ursächlich für Inflation verantwortlich sein soll. Aber es gibt viel einfachere Erklärung: Der Preisanstieg bei Lebensmittel ist eine Änderung im Relativpreis und hat damit zu tun, dass viele wichtige Rohstoffe (z.B. Öl, Gas, Weizen, Sonnenblumenöl) durch den Krieg in der Ukraine knapper wurden und der globale Schiffsverkehr durch anhaltende Lockdowns (z.B. in China) ins Stocken geraten ist.

Die nächste Frage der Standard-Redaktion ist: “Warum ist die Inflation aktuell so hoch?”

Antwort im Video: “Was nicht ein Preistreiber zu sein scheint, sind Knappheiten. Wir sind nicht mit Knappheiten konfrontiert, sondern tatsächlich mit spekulativem Verhalten auf internationalen Märkten, wo in großen Mengen gehandelt wird. Und dort gibt es zum Beispiel Risikoprämien, wenn die Unsicherheit stark ansteigt….”

Das ist so konfus, dass man gar nicht so recht weiß, wie man darauf reagieren soll. Aber irgendwie muss man reagieren. Denn es wäre schon fatal, wenn der Eindruck entstünde, “Spekulation”, “Risikoprämien” und “Unsicherheit” wären die Hauptursachen für Inflation.

Die ehrliche Antwort lautet: Wir können nicht mit Sicherheit sagen, warum die Inflation aktuell so hoch ist, aber es gibt verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen. Grundsätzlich entsteht Inflation, wenn die aggregierte Nachfrage am Gütermarkt stärker wächst als das aggregierte Angebot. In den letzten zwei Jahren sind die Staatsausgaben massiv gestiegen und die Zentralbanken haben die Geldmenge massiv erhöht. Beides heizt die Nachfrage nach Gütern an. Gleichzeitig sind durch die Corona-Pandemie Engpässe in globalen Lieferketten entstanden. Der Krieg in der Ukraine hat diese Enngpässe verstärkt. Beides sorgt für weniger Angebot am Gütermarkt. Einige Ökonomen sehen auch in der steigenden Tendenz zu Monopolbildung einen Treiber der Inflation. Monopole tendieren dazu Produktionsmengen künstlich zu verknappen und Preise anzuheben. Vermutlich ist die Ursache für die aktuelle Inflation eine Kombination aus all diesen Faktoren.

Der Standard fragt: “Wie wird es in den nächsten Monaten weitergehen?”

Antwort im Video: “Es gibt keine ökonomischen Gründe, warum das so weitergehen müsste. Das ist vor allem eine Frage an die Politik.”

So weit so gut.

“Wie wird dagegen vorgegangen? Wie verhindert man zum Beispiel, dass mit dem Weizenpreis spekuliert wird? Das könnte man unterbinden.”

Vermutlich kann man Spekulation irgendwie verbieten (wenn man nur wüsste, was genau Spekulation ist). Aber Details hierzu werden leider nicht verraten. Sind etwa staatliche Preiskontrollen gemeint? Haben Preiskontrollen in den 70ern die Inflation gebremst? Oder jüngst in Venezuela? Ich behaupte nein.

Die Politik kann tatsächlich etwas gegen Inflation tun. Nämlich vor allem die Geldpolitik. Schließlich wurde der EZB ja ein explizites Mandat gegeben, das Preisniveau zu stabilisieren. Auch die Fiskalpolitik kann etwas beitragen. Zum Beispiel indem man einen weiteren Anstieg der Staatsausgaben verhindert. Auch eine strengere Kartellaufsicht könnte der Tendenz der Monopolisierung entgegen treten, was zumindest langfristig inflationslindernd wirken könnte.

Ich möchte jetzt nicht im Detail auf den Rest des Erklärvideos eingehen. Es wird nämlich nicht besser. Ich will auch gar nicht die Ökonomin, die hier vom Standard interviewt wurde, zu stark kritisieren. Ich weiß, dass man in Interviewsituationen oft Unsinn von sich gibt.

Aber irgendwer muss schon klar benennen, wenn Unsinn verbreitet wird. Das sind wir Ökonomen uns gegenseitig und der Öffentlichkeit gegenüber schuldig.

The law of how late people choose to be

An organizer of a small research workshop, observing that all the locals were late, once remarked that “the closer people are to the venue the later they come.” If I remember my school days correctly, the same could have been said of my classmates. Of course, this is not a precise law, as people differ in how much they dislike being late (or early) to things, but on the whole, there could well be some empirical truth in this statement. In this post, I will sketch a little decision theoretic model that delivers this law.

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Recruiting when not all applicants want the job

In the German-speaking world recruiting professors at universities comes with an interesting complication. Many applicants are actually not interested in the job itself. They want to be offered the job only to use it to renegotiate their salary and general working conditions at their current university. In fact, in most universities, you can only get a pay rise if you have a job offer from another university. This creates a problem for the recruiting university for two reasons. It is not that easy to detect whether applicants are only interested in renegotiation at home and, in any case, university law does not allow discarding applicants just because the recruitment committee believes that they would not accept the job. In this post, I will explain how recruiters can circumvent these problems with the use of a little bit of game theory, more specifically, the theory of screening based on costly signaling.

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Ein paar Anmerkungen zur österreichischen CO2-Steuer

Es ist vollbracht: Österreich bekommt eine CO2-Steuer. Und die Einnahmen daraus werden pauschal an Haushalte zurückgegeben. Ein paar spontane Anmerkungen dazu:

1. Die Reform kann man durchaus als Triumph der Volkswirtschaftslehre werten. Seit Jahrzehnten haben Ökonomen für eine CO2-Steuer als effizienteste Lösung für das Emissionsproblem geworben. Jetzt wird sie in immer mehr Ländern umgesetzt. Dass die Steuereinnahmen dann auch mittels Pauschaltransfer an die Haushalte zurückfließen sollen, könnte eins zu eins aus einem guten VWL-Lehrbuch stammen.

2. Meine Meinung zu CO2-Steuern hat sich nicht geändert: eine globale CO2-Steuer führt bestenfalls zu einer Verschiebung der Produktion von fossilen Brennstoffen von heute auf morgen. Für den Treibhauseffekt sind aber nur die kumulativen Emissionen von Bedeutung. Daher macht eine weltweite CO2-Steuer fürs Klima langfristig keinen Unterschied. Aber, auch wenn das aus österreichischer Sicht schmerzt, Österreich ist nicht die Welt. Die Welt stößt jedes Jahr etwa 36 Mrd. Tonnen Kohlendioxid aus – Österreich ungefähr 0,07 Mrd. Tonnen. “You do the math!”, wie die Amis sagen.

3. Niemand scheint zu wissen (oder die, die es wissen, sagen es nicht), dass Österreich schon bisher eine CO2-Steuer hatte. Jede Steuer, die den relativen Preis von CO2-emittierenden Gütern anhebt, ist eine CO2-Steuer. Die Mineralölsteuer tut genau das. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Liter Benzin beträgt 2,7 kg. Die MöSt belastet Benzin mit 48,2 Cent pro Liter. Also trägt Benzin schon jetzt eine CO2-Steuer von (0,482*1000/2,7 =) 178,52 Euro pro Tonne. Die jetzt eingeführte Steuer erhöht diesen Betrag einfach nur um 30 Euro. Nachstehendes Schaubild veranschaulicht dieselbe Rechnung auch für Diesel und Heizöl.

Schaubild 1: Effekt der “ökosozialen Steuerreform” auf den impliziten CO2-Preis. Eigene Berechnungen.

4. Wenn schon die Wirkung auf die globalen Emissionen verschwindend gering ist, wird die CO2-Steuer wenigstens Österreichs Emissionen reduzieren? Ich fürchte auch hier wird die Wirkung gemeinhin überschätzt. Wie Schaubild 2 zeigt, ist Österreich ein Netto-Importeur von CO2, d.h. die konsumbasierten Emissionen sind wesentlich höher als die produktionsbasierten. Österreich ist auch eine kleine offene Volkswirtschaft, die die Weltmarktpreise von handelbaren Gütern als gegeben annehmen muss. Wenn die CO2-Steuer die heimischen Produktionskosten von CO2-intensiven handelbaren Gütern wie z.B. Stahl erhöht, sinken zwar die heimischen Produktionsmengen und die produktionsbasierten Emissionen, aber nicht die Konsummengen oder die konsumbasierten Emissionen. Österreichs Netto-CO2-Importe werden steigen. (Siehe diesen Blogeintrag für eine vollständigere Analyse)

Schaubild 2: produktions- und konsumbasierte Emissionen. Quelle: Our World In Data.

5. Anders sieht die Sache bei nicht-handelbaren Gütern aus. Insbesondere beim Tanken wird die neue CO2-Steuer wohl einen Effekt haben, weil nur wenige Österreicher extra nach Ungarn oder Slowenien fahren werden um 8 Cent pro Liter zu sparen. Ich denke daher, dass es zumindest in den Bereichen Verkehr und Heizen den gewünschten Substitutionseffekt auf den Konsum geben wird. Und Verkehr und Heizen sind zusammen für mehr als die Hälfte der heimischen CO2-Emissionen verantwortlich. Daher bleibt trotz des Einwands in Punkt 4 unterm Strich noch eine Reduktion der konsumbasierten Emissionen zu erwarten.

Non-secret voting

Occasionally, I discuss strategic voting in some of my game theory classes. In particular, in past classes I have highlighted the trivial point that if people have only two choices (or candidates) to vote for, then it is a (weakly) dominant strategy to vote for your more preferred choice: voting for your more preferred choice can never lead to a worse outcome for you than voting for your less preferred choice. So, everyone will vote for their favorite choice and the vote winner reflects the majority preference. I regarded it as a bit of an embarrassment that such a voting game also has other equilibria, in which some people vote for their less preferred choice. For instance, if every one of the n-1 people other than you (with n ≥ 3) vote for choice A and you prefer choice B, it is immaterial if you vote for A or B because your vote will simply not matter. One can, in theory, even have the paradoxical situation that everyone prefers A over B and yet everyone votes for B. This is an equilibrium! Just not a very plausible one, I would have argued. I have recently learnt not to too quickly discard the weakly dominated equilibria of such a voting game.

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A simple model of community enforcement

Here is the model for my previous blog post on (anonymous) community enforcement. I would call it a simplified symmetric (single-population) version of the model in the paper by Michihiro Kandori entitled “Social norms and community enforcement” in the Review of Economic Studies 59.1 (1992): 63-80. The point of this blog post is to demonstrate that what I have claimed in the previous post can be made logically coherent. I can provide a reasonable and simple artificial world in which we obtain cooperative behavior under the fear of triggering a tipping point as a subgame perfect Nash equilibrium, meaning a self-enforcing situation that is even self-enforcing when the tipping point has been triggered and there is no way back.

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Please leave the bathroom as you would like to find it

Many actions that we take affect other people that are not involved in the decision-making process. In economics, these effects are commonly referred to as “externalities” and the presence of externalities is one of the main concerns that may render free markets inefficient. “Inefficient” means that the ultimate outcome of people ignoring the externalities that they cause on other people is such that there is an alternative outcome that would be better (or at least as good) for all people! The presence of externalities is the main problem behind climate change and also at least one reason why we still have a problem with Covid-19. People, when making their holiday planning, car driving, air conditioning, car purchasing, et cetera decisions often ignore the effect their actions have on the environment and, thus, on all others. People make vaccination decisions weighing their own subjective assessment of the risks for themselves, without necessarily considering that with a vaccination they would also increase the protection from Covid-19 for everyone around them.

There are a variety of measures that governments or other organized groups of people can take to reduce the harm caused by people ignoring these externalities. One can, for instance, debate the (higher) taxation of fossil fuels or laws to force everyone to vaccinate. Often, such measures are probably necessary. There are (possibly rare) cases, however, in which even in fairly anonymous societies, the problem sorts itself out. It can do so through a mechanism of community enforcement. In this post I will describe an argument derived from a 1992 paper by Michihiro Kandori entitled “Social norms and community enforcement” in the Review of Economic Studies 59.1 (1992): 63-80. I will use the examples of mountain tops on which people do not leave their rubbish, bathrooms on trains that remain reasonably clean despite heavy usage, and communal kitchens (such as the one in my department) that despite a lack of regular professional cleaning service and despite a fair number of people using them, remain reasonably clean and usable.

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